*1970 in St. Petersburg, lebt und arbeitet in Wien
Seit 2005 Professur für Neue Medien an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe.
Aleksandra Wysokinska / 20 Jahre danach, 2009
Anna Jermolaewa, Aleksandra Wysokinska / 20 Jahre danach, 2009, Videostill
Kamera: Marlene Haring
»Im Mai 1989, also vor 20 Jahren, lernte ich eine Person in Krakau kennen, die mir unglaublich geholfen hat und der ich sehr dankbar bin. Ich musste damals aus politischen Gründen
– ich war Mitbegründerin der ersten oppositionellen Partei (Demokratische Union) und Mitherausgeberin der Parteizeitung – aus der UdSSR flüchten und gelang so nach Polen. Eine junge Frau hat mich und meinen Mann zwei Wochen lang bei sich aufgenommen und die Flucht nach Wien, auf der sie uns sogar begleitet hat, organisiert und finanziert. In Österreich bekamen wir dann politisches Asyl. Der Name der jungen Frau war Aleksandra Wysokinska, sie war damals um die 30 Jahre alt und arbeitete in einem Architekturbüro. Vor ein paar Monaten habe ich angefangen, sie über verschiedenste Kanäle zu suchen. Mein Plan war, nach Krakau zu reisen, um ein filmisches Portrait von ihr zu machen; vor allem jedoch, um sie zu fragen, warum sie uns – zwei unbekannten Personen – damals ganz uneigennützig geholfen hat, und vielmehr noch: um mich bei ihr richtig zu bedanken. Nach zwei Monaten bekam ich glücklicherweise ihre Nummer – sie lebt nun in Paris!
[…] Aleksandra hat dem Interview vor der Kamera zugestimmt, welches heuer im Mai in Krakau stattfand. Extra dafür ist sie für einige Tage aus Paris gekommen. Ich kam ebenfalls, und zwar wie damals vor 20 Jahren: mit dem Zug von St.Petersburg nach Krakau. Einige Begegnungen in St.Petersburg, die mit meiner Geschichte zu tun haben, die drauf folgende 32-stündige Zugreise, wie auch die anschließende Busreise Krakau – Wien wurden ebenfalls filmisch dokumentiert und sind in die Arbeit eingeflossen. […] Auf meine wichtigste Frage, warum Aleksandra uns eigentlich damals geholfen hat, erwiderte sie bescheiden: ›Das hat mit unserer polnischen Gastfreundschaft zu tun‹.« Anna Jermolaewa
*1976 in Göttingen, lebt und arbeitet in Berlin
2001 – 2008 Studium der Szenografie und Medienkunst an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Diplom bei Penelope Wherli und Anna Jermolaewa.
Annabel Lange, ordinal numeral (Skizze), 2008
Ene meine mopel
wer frißt Popel
eine Mark und achtzig
süß und saftig
eine Mark und zehn
und du mußt…!
Wander mander pander,
ulle gulle rums,
hellde delle heck,
und du bist …!
Ein Elefant aus Spanien ,
knackt mit dem Arsch Kastanien
klebt sie wieder zu und raus bist …!
Lala, lima, prima Klima , ele kele meck und du bist … !
Dein Vater ist ein reicher Mann,
der sich fast alles leisten kann.
Er fährt mit einem tollen Wagen
und darum wollen wir dir sagen:
Warum fährt er an uns vorbei?
Du bist sein Kind
und du bist … !
[…]