*1979 in Wroclaw, lebt und arbeitet in Berlin
1999 – 2005 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe,
Meisterschülerin bei Ernst Caramelle.
Patrycja German, Willst Du mit mir gehen?, 2008, Videostill
»Ich arbeite seit 2002 performativ. Meine Performances sind Versuchsanordnungen, in denen ich dem Betrachter die Rolle des Mitspielers zugedacht habe. Dabei untersuche ich die Möglichkeiten und Grenzen einer solchen Zuordnung und frage mich, wie viel Nähe und Intimität in einer solchen inszenierten Situation entstehen kann.
Für die Teilnahme an der Ausstellung Freie Wahl? Die Formkräfte des Kunstlebens habe ich Stefanie Trojan eingeladen. Wir stellen der jeweils Anderen alle unsere bisherigen Performances als Partitur zur Verfügung und bitten sie, eine Performance auszuwählen und während der Ausstellungseröffnung auszuführen. Damit beginnt zwischen uns ein Dialog über vorhandene Schnittstellen unserer Arbeits- und Denkweise. Tatsächlich werden wir uns der vielen kleinen Entscheidungen umso deutlicher bewusst, wenn wir zwar in die Fußstapfen der Anderen treten, aber selbst die Form ausfüllen wollen. Wie wird der gemeinsame Nenner ausfallen?« Patrycja German
»Ich spreche Leute an, ob sie mir zeigen können, wie man tanzt. Die Performance wurde erstmals im Jahr 2009 zur 80-Jahrfeier des Bielefelder Kunstvereins ebenda aufgeführt.« Stefanie Trojan über ihre Performance tanzen
*1976 in Neu Ulm, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main
1996 – 2003 Akademie der Bildenden Künste München, Meisterschülerin bei Asta Gröting.
Stefanie Trojan, tanzen, 2009, Videostill
Kamera: Barak Reiser
»Ich arbeite seit 2000 performativ. Meine Performances hinterfragen gesellschaftliche Verhaltensmuster und Codes. Der Besucher oder Passant wird dabei zum Teil der Arbeit.« Stefanie Trojan
»Ich frage Personen aus dem Publikum, ob sie mit mir gehen wollen. Wir umarmen uns auf eine Weise, auf die sich Paare umarmen, wenn sie miteinander spazieren gehen: Unsere Arme sind jeweils um die Taille des Anderen gelegt. Diese enge Umarmung bewirkt, dass sich der Rhythmus beider Körper beim Gehen einander anpassen muss. Wir sehen uns zwar nicht an, kommunizieren aber über Bewegung. Dabei stellt sich stets die Frage: Wer führt, wer ordnet sich unter? Oder verschmelzen wir zu einer Einheit?
Wir laufen immer im Kreis. Nach zwei Umrundungen weicht das Gefühl der Absurdität einem absichtslosen und wachsamen Spaziergang.«
Patrycja German über ihre Performance Willst du mit mir gehen