Freie Wahl? Die Formkräfte des Kunstlebens 13.11.2009 – 10.01.2010

Anna Lea Hucht

*1980 in Bonn, lebt und arbeitet in Karlsruhe

2000 – 2006 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, 

Meisterschülerin bei Erwin Gross.

  1. o.T., 2008
  2. o.T. (Vase 8), 2009
  3. Sprich mit Deiner Seele, Künstlerbuch, 2009

Anna Lea Hucht, Sprich mit Deiner Seele, 2009
Anna Lea Hucht, Sprich mit Deiner Seele, 2009

Es ist ein Vorgang des Beobachtens, der in den introspektiven Bildern von Anna Lea Hucht fokussiert wird. Ihre realistischen (Aquarell-)Zeichnungen zeigen intime Interieurs, die in minuziös-analytischem Stil von privaten Reflexionen berichten und dabei den Betrachter als Zeugen einer stummen Erzählung vorsehen, ja ihm zugleich einen voyeuristischen Blick gegenüber der von Hucht dargestellten Szene einverleiben. Markant in Anna Lea Huchts künstlerischen Arbeiten ist hierbei die nonverbale Kommunikation, welche sich zumeist über reduzierte Gesten oder das Mienenspiel der jeweiligen Protagonisten ihrer Bilder und Skulpturen artikuliert. Die Fragilität und Aussagekraft eines bloßen Augenausdrucks wird so beispielsweise in Huchts Vasen evident: gefertigt aus Keramik, und versehen mit einem schlichten, doch eindringlichen – aus Farbe und Keramik modellierten – Augenpaar, vermitteln diese Objekte gleichsam ein Moment des Schweigens, wie auch der subtilen Narration. In der Ausstellung Freie Wahl? Die Formkräfte des Kunstlebens präsentiert Anna Lea Hucht in Korrespondenz zu einer solchen Vase ihr kürzlich bei Christoph Keller Editions und JRP|Ringier erschienenes Künstlerbuch Sprich mit deiner Seele, worin ihren Arbeiten Textfragmente aus dem von Dietmar Dath verfassten Buch Die Abschaffung der Arten gegenüber gestellt sind. Auf feinsinnige Weise durchdringen sich hierbei Huchts malerische Bildräume und Daths lyrische Textauszüge zu einem poetischen Gesamtbild.
 Christina Irrgang

www.meyer-riegger.de

›Die Frau in den Dünen‹

Regie: Hiroshi Teshigahara *1927 in Chiyoda / Tokyo, †2001 in Tokyo

Film von Hiroshi Teshigahara, 1964

Filmvorführung (OmU) am 03.12.2009 um 19 Uhr im Filmtheater Schauburg, Marienstraße 16, Karlsruhe.

Die Frau in den Dünen, 1964 (Regie: Hiroshi Teshigahara)
Die Frau in den Dünen, 1964 (Regie: Hiroshi Teshigahara)
© trigon-film

»Eine konzeptionell und ästhetisch faszinierende Parabel (basierend auf dem Roman von Kōbō Abe) über unser subjektives Freiheitsempfinden und gesellschaftliche Zwänge. Vom früheren Dokumentarfilmer Hiroshi Teshigahara in beeindruckenden Bildern inszeniert und mit einer Oscar-Nominierung als bester Regisseur belohnt.

Ein Mann begibt sich auf der Suche nach seltenen Insekten in eine einsame Küstengegend. Als er eine Unterkunft für die Nacht sucht, wird er von einigen Dorfbewohnern zum Haus einer allein lebenden Frau gebracht, das unter einer Klippe liegt, die er mit Hilfe einer Strickleiter hinunterklettern muss. Die Frau bewirtet ihn, und beginnt, während er sich schlafen legt, den durch jede Ritze dringenden Sand wegzuschaffen. Am nächsten Morgen muss er feststellen, dass das Haus nicht nur von der Klippe, sondern auch von unüberwindbaren Dünen rundum umgeben ist, und dass die Leiter entfernt wurde. Er ist gefangen […].« Klaus Wiesmüller, Japankino.de